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Was auf dem Etikett wirklich steht

Die Industrie schreibt Etiketten nicht, damit du informiert bist. Sie schreibt sie, damit du dich beim Kaufen gut fühlst.

Kapseln in einer bernsteinfarbenen Glasschale
Was vorne draufsteht, ist Werbung. Was zählt, steht klein auf der Rückseite.

Das Wort „natürlich“ ist auf einer Verpackung ungefähr so aussagekräftig wie das Wort „lecker“. Es klingt gut und verpflichtet zu wenig. Zucker taucht unter Dutzenden von Namen auf, die alle harmloser klingen als das, was sie sind. Und Geschmacksverstärker verstecken sich hinter Formulierungen, die nach Küche klingen statt nach Labor.

Die Zehn-Sekunden-Regel

Ich lese Zutatenlisten nicht mehr Wort für Wort. Ich schaue auf drei Dinge: Wie lang ist die Liste? Was steht ganz vorne? Und wie oft taucht dasselbe Prinzip unter verschiedenen Namen auf?

Denn die Reihenfolge ist keine Deko: Was vorne steht, ist am meisten drin. Und wenn ein Hersteller dieselbe Sorte Zutat auf vier Namen verteilt, rutscht jede einzelne davon in der Liste nach hinten. Das ist kein Zufall, das ist Handwerk.

Der Einkaufs-Schnellcheck

Und trotzdem darf das Schnitzel bleiben

Damit das klar ist: Ich werde dir nicht sagen, dass du auf dein Lieblingsessen verzichten sollst. Essen ist Kultur, Essen ist Freude, das gehört zum Leben dazu. Wer dir das madig macht, hat das Leben nicht verstanden. Es geht nicht ums Verzichten. Es geht darum, zu wissen, womit du es zu tun hast.

Wo es individuell wird

Wenn du deinen Einkauf grundsätzlich umstellen willst, ohne dass es in Verzicht ausartet, gehen wir das gerne gemeinsam durch – an deinem echten Einkaufszettel, nicht an einem Musterplan aus dem Internet.

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